Jalapeno’s Blog

11. Februar 2015

Die finalen Endstufen

Es ist hier ruhig geworden um mein Verstärkerprojekt, auch wenn ich im Hintergrund auch nicht untätig war.

Die beiden AMP11-HV konnten nicht fertiggestellt werden. Das Problem an diesem Verstärker war:

  • kein Support mehr seitens 41hz.com, weil die Seite nicht mehr online ist.
  • Die SMD-Kapazitäten sind unbeschriftet und können nicht mit handelsüblichen Multimetern durchgemessen werden, weil deren Kapazität sehr klein ist. Das erschwert das Debugging ungemein.
  • Das Löten der zentralen Treiberbausteine ist schwer, jedoch prinzipiell machbar. Ohne Möglichkeit den Gesamtaufbau zu debuggen / messen sind weitere Versuche jedoch sinnlos.
  • Die Treiberendstufen haben Fehler ausgegeben und sind dann vermutlich dem internen Hitzetod zum Opfer gefallen.

Das ganze war recht ärgerlich, weil ich bereits die Netzteile 2x komplett aufgebaut hatte, um einzelne Monoblöcke realisieren zu können. Neben den Platinen fallen vor allem die großen Ringkerntransformatoren finanziell hübsch ins Gewicht. Ich kann die High-End-Toroiden von Hifituning24 bzw. Schuro jedoch nur empfehlen http://www.hifituning24.de/transformatoren/ringkern_vergossen_v-rkt-ms-sw/340va-2x35v.php. Top Verarbeitung und absolut kein Netzbrummen. Diese hätten perfekt zum AMP11-HV gepasst mit jeweils 340 VA und 2×35 V Spannung.

Nachdem dieser Verstärker abgehakt war habe ich mich nach Alternativen umgeschaut. Neben den üblichen verdächtigen Modulen von Hypex http://www.hypex.nl/technology/ncore.html die jedoch recht teuer sind, habe ich noch die Module von Profusion http://www.profusionplc.com/pro/gex/pcatdtl0?ipartno=ALC1000-1300 gefunden, die dann aber nicht mehr lieferbar waren 😦 Gerade die Module von Profusion sind der Gegenentwurf zum ehemaligen Projekt mit selbstgelöteten SMD-Verstärkern, denn es handelt sich um fertig aufgebaute, geprüfte Module inkl. Netzteil onboard. Nachdem der ALC1000-1300 nicht mehr lieferbar war habe ich mich nach den Modulen von ICEpower aus der ASP-Serie umgeschaut http://www.icepower.bang-olufsen.com/en/solutions/speaker/ASP_SERIES. Problem: Diese Module werden nicht an Endkunden verkauft! Warum soll es auch einfach gehen…?!

Ich konnte glücklicherweise Module bei einem Forenhändler in den USA bestellen und bin jetzt stolzer Besitzer von 2 ICEpower 1000ASP! Die Leistungsdaten sind ganz ausgezeichnet und bei 1000 Watt Sinus je Kanal überlegt man sich schon einmal welche Spannungen an den Terminals anliegen könnte!

Der Aufbau war recht einfach, dennoch etwas zeitintensiv, weil 2 Monoblöcke anzufertigen sind. Die Gehäuse habe ich aus Italien bezogen http://www.modushop.biz/ecommerce/index_l2.php und sind bis auf die Abmessungen identisch zum meinem ersten AMP10-Projekt. Statt einer PE-Verschraubung habe ich mich dieses Mal auf Neutrik Powercon-Steckverbindungen http://www.neutrik.com/de/powercon/powercon-true1/verlassen, was ich keine Sekunde bereue nachdem ich den Stecker zum ersten Mal einrasten habe lassen. Das Crimpen der Kabel ist eine Kunst für sich. Beim nächsten Mal würde ich mir auch das Cable-Set gönnen http://www.ghentaudio.com/cable/1000asp.html. Zusätzlich zu den Cinch-Buchsen habe ich eine XLR-Buchse vorgesehen, die zunächst nicht verdrahtet wird, weil keine symmetrischen Quellen zur Verfügung stehen. Man weiß ja nie was die Zukunft bringt –> Der MATRIX Mini-i Pro wäre z.B. etwas Nettes http://matrix-digi.com/en/products/59/index.html –> Das Hobby hört nie auf und es bleibt immer Ausbaupotential 🙂

Ohne großen Kommentar noch einige Bilder vom Aufbau. Ohne Ständerbohrmaschine geht die Gehäusebearbeitung wohl nicht gut und man scheitert spätestens an der 10 mm Alu-Front. Gute Zangen, etc. sind ebenfalls Pflicht. Am Schluss wurde das Gehäuse mit einer Messingschraube geerdet und die Erdung an verschiedenen Stellen (Front, Top, etc.) mittels Multimeter überprüft.

2015.01_IcePower1000ASP_00022015.01_IcePower1000ASP_00442015.01_IcePower1000ASP_00062015.01_IcePower1000ASP_00032015.01_IcePower1000ASP_00082015.01_IcePower1000ASP_00162015.01_IcePower1000ASP_0018  2015.01_IcePower1000ASP_0035  2015.01_IcePower1000ASP_0012 2015.01_IcePower1000ASP_0011 2015.01_IcePower1000ASP_0009

Hier das fertige Ergebnis. Die Füße sind die ehemaligen Nuvero-Füße meiner Standboxen. Diese habe ich bereits vor geraumer Zeit gegen Nuvert-Spikes ausgetauscht.

2015.01_IcePower1000ASP_00302015.01_IcePower1000ASP_0024 2015.01_IcePower1000ASP_0023 2015.01_IcePower1000ASP_0021 2015.01_IcePower1000ASP_0042 2015.01_IcePower1000ASP_0041  2015.01_IcePower1000ASP_0038 2015.01_IcePower1000ASP_0036 2015.01_IcePower1000ASP_0040

Der Höreindruck ist wie immer subjektiv. Ich verzichte bewusst auf Messungen, weil an dieser Stelle muss es nur mir (uns) gefallen. Der ehemalige Verstärker, ein HK3270 RDS, war angesichts seiner Preisklasse ein wirklich guter Verstärker und dient mir nach wie vor als Vorstufe. Was einen aber beinahe vom Sessel haut ist der neue Bassbereich. Erst jetzt kann das volle Potential der Nuvero-Standboxen abgerufen werden. Der Bass ist tiefer, schiebt gewaltig und ist gleichzeitig extrem präzise und differenziert. Bei den Mitten und Höhen konnte ich vor allem bei hohen Lautstärken Verbesserungen feststellen, weil die Basstreiber der Boxen es nicht mehr schaffen die Leistung von den Mitten und Höhen „abzusaugen“. Musik kann jetzt so laut gehört werden, wie es der Zuhörer wünscht oder aushält. Ich bin noch nicht annähernd an die Grenzen des Verstärkers gegangen und habe das auch nicht vor. Es ist ein beeindruckendes physikalisches Erlebnis, wenn schnelle pulsive Bässe wiedergegeben werden. Dubstep läuft zur Zeit hoch und runter…

Einzige Nachteile: Die Messlatte wurde nochmal deutlich nach oben geschoben. D.h. bei Besuch von Kinos, Musicals, etc. lieber nicht so genau hinhören, sonst fehlt einem häufig so gut wie alles, was guten Sound ausmacht! Einen Tod muss man sterben… Darüber hinaus muss ich noch stärker wie zuvor darauf achten möglichst audiophile Musik einzulegen. Gerade im Elektronikbereich gibt es sehr gute Sachen – das habe ich jahrelang unterschätzt! Bitte hier Tipps zur Musikwahl posten.

Aktuelle Kette:

Squeezebox-Classic  und Reloop 6000

TEC TC-754 als Eingangswahlschalter

HK3270 als PreAMP

2 x Icepower 1000ASP

2 x Nuvero 11

Fazit:

Es hat sich für mich gelohnt. Für unter 1k€ habe ich meine Traum-Mono-Endstufen aufbauen können, auch wenn der Klanggewinn wie immer nur logarithmisch abhängig vom eingesetzten Kapital zunimmt…

Interessant wäre ein Vergleich mit Hypex ucd2k oder Abletec ALC1000-1300.

Vielen Dank auch an den Hobby-Akustiker für seine inspirierende WebSite http://hifi-fuchs.npage.de/die-elekronik.html.

Dies ist ein privater Erfahrungsbericht. Ein Nachbau wird nicht empfohlen. Der Umgang mit Netzspannung birgt tödliche Gefahren!

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